Der eine oder andere hat vielleicht den Banner für ein sehr spezielles Event von Foodfreak in der Leiste rechts entdeckt: es geht um Schweinefüße! Die kann man übrigens auch so elegant wie hier in Szene setzen.
Ich gebe gerne zu: alleine der Gedanke, Schweinsfüße essen zu müssen hätte bei mir früher spontan einen Fluchtreflex ausgelöst. Aber man wird ja älter, weiser(?), auf jeden Fall experimentierfreudiger ;-)
In rausgelinst konnte man es schon sehen: es sind tatsächlich Schweinsfüße in meiner Küche gelandet. Bei der Bestellung gab's erst ungläubige Blicke der Verkäuferin: wirklich Schweinefüße? und ein Vertrösten auf mittags. Dann kam der Chef persönlich mit der gleichen Frage und einem Anschauungsobjekt: wollen Sie wirklich solche Schweinefüße? Ja, wir wollen! Günstig sind sie jedenfalls: etwa 3,5 kg bekommen wir für 5 Euro.

Dem vorausgegangen war das Wälzen von Kochbüchern und das Durchforsten des Internets nach Rezepten, die so klangen, als ob ich das Ergebnis mit Freude essen wollte. Fündig wurde ich im The River Cottage Meat Book
von Hugh Fearnley-Whittingstall. Mut machte er mir mit dem Satz "it's the surest way I know of converting doubters to the joys of pig's trotters", außerdem waren hier noch Spareribs mit im Spiel, die man dann ja zur Not alleine essen könnte.
Anders als im Buch habe ich die Füße blanchiert, schließlich wurde dieser Schritt in vertrauenswürdigen Blog-Rezepten als unverzichtbar bezeichnet.

Angebraten und mit Schmorflüssigkeit aufgefüllt: mein größter Bräter mit 32 cm Durchmesser ist bis zum Rand gefüllt. Irgendwie hatte ich mir die Füße kleiner vorgestellt - sonst wäre es wohl nur das halbe Rezept geworden. Der Ofenrost ächzte jedenfalls ganz schön bei dem Gewicht ;-)

Nach 2 1/2-3 Stunden ist alles wirklich butterweich, die Knochen lösen sich ganz leicht aus Schwarte und vom anhängendem Fleisch. Derjenige, der wirklich authentisch essen will, braucht sich mit dieser Arbeit nicht zu belasten: der fischt einfach die Schweinsfuß- und Rippenteile aus dem Topf und knabbert und saugt genüsslich alles Essbare von den Knochen.
Ich bin aber noch etwas skeptisch und möchte den Topfinhalt einfach reduzieren: also weg mit den Knochen und überschüssigem Fett, was unter der Schwarte sitzt. Auch die Garflüssigkeit, die jetzt reduziert werden muss, habe ich zuerst entfettet.
Nach der Empfehlung des Buches für ein Optimum an Aroma habe ich das Fleisch dann wieder in die eingeköchelte und pikant abgeschmeckte Sauce gegeben und über Nacht kalt gestellt.

Am nächsten Tag gab's einen Teil davon wieder erhitzt mit einem Bohnen-Möhren-Wokgemüse und Reis. Dem Kommentar von Helmut kann ich mich nur anschließen: super, super, super! Ich hätte nie geglaubt, dass daraus so ein wunderbares Gericht werden kann. Selbst die Schwarte wird mit Genuss gegessen.
Einen Teil der abgelösten, weich gekochten Schwarten hatte ich übrigens in eine Form gelegt und diese unter dem Grill gestellt, um sie aufzuknuspern. Das war leider wenig erfolgreich, da sie zum größten Teil an der Form
festklebten und auch nicht mit viel gutem Zureden loszueisen waren.

Einen weiteren Teil hat Helmut abends als Asia-Sülze verspeist, hier einfach mit einem Stück Brot und Gurken. Dabei mag er eigentlich gar keine Sülzen! Aber die ist so fest, da wabbert und wackelt nix.
Den Rest habe ich eingefroren, wir freuen uns schon drauf!
Mit diesem Rezept habe ich auch gleich noch einen Kandidaten für Foodfreaks dKduW-Event. Das Buch habe ich vor sage und schreibe 5 Jahren geschenkt bekommen und - Schande über mich - noch nie etwas daraus gemacht. Dabei bietet es neben vielfältigen Rezepten zur Verwendung des ganzen Tieres eine Fülle an Infos rund um die Frage "what is good meat?", wobei auch Überlegungen nicht ausgeklammert werden, ob es überhaupt gerechtfertigt ist, Fleisch zu essen.
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REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: |
Schweinefüße und Spareribs auf chinesische Art |
| Kategorien: |
Fleisch, Schwein, China |
| Menge: |
6 Portionen |
Zutaten
| 4 |
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Schweinefüße (P: waren 3,5 kg) |
| 500 |
Gramm |
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Spareribs; in kurzen Stücken von 2-4 Rippen |
| 2 |
Essl. |
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Sonnenblumenöl |
| 5 |
cm |
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Ingwer, geschält; gerieben |
| 4 |
groß. |
|
Knoblauchzehen; fein zerdrückt |
| 50 |
ml |
|
Dunkle Sojasauce |
| 100 |
ml |
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Helle Sojasauce |
| 50 |
Gramm |
|
Brauner Zucker |
| 100 |
ml |
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Brauner Reisessig oder Cidreessig |
| 150 |
ml |
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Ananassaft; frisch gepresst*; ersatzweise |
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-Apfelsaft |
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Salz |
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Wasser; nach Bedarf |
Quelle
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modifiziert nach nach |
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Hugh Fearnley-Whittingstall |
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The River Cottage Meat Book |
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Erfasst *RK* 17.04.2013 von |
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Petra Holzapfel |
Zubereitung
Die Schweinefüße am besten vom Metzger einmal längs und zweimal quer zerteilen lassen.
Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, die Schweinsfüße und die Rippen darin blanchieren, dann kalt abspülen.
Den Backofen auf 150°C vorheizen.
Das Öl in einem großen schweren Topf (Petra: Bräter 32 cm Durchmesser) erhitzen, die Schweinsfüße und Rippen darin portionsweise anbraten. Ingwer, Knoblauch und etwas Salz zugeben und kurz mitbraten, alles Fleisch wieder in den Topf geben (ging bei mir gerade eben hinein). Mit den Sojasaucen, Zucker, Essig, Ananassaft und so viel Wasser aufgießen, dass das Fleisch gerade eben bedeckt ist. Den Topfinhalt zum Simmern bringen, den Deckel schließen und den Topf für 2 1/2 Stunden in den Backofen stellen, dabei
gelegentlich umrühren. Nun sollte das Fleisch so weich sein, dass es sich mühelos von den Knochen trennt (ich habe es noch 30 Minuten bei ausgeschaltetem Ofen darin stehen lassen).
Füße und Rippen aus dem Topf nehmen. Die Flüssigkeit (ich habe sie entfettet) so lange einköcheln, bis sie eine dicke sirupartige Konsistenz hat. Die Sauce abschmecken (Sojasauce, Essig, Zitronensaft...), das Fleisch wieder hinein geben, darin erhitzen und servieren.
Alternativ kann man das Fleisch in der Sauce auch über Nacht stehen lassen, was die Aromen noch verbessert. Man kann das Gericht nun kalt in der gebildeten Sülze servieren oder aber nochmal erhitzen.
Anmerkung Petra: Ich habe der besseren Handhabung wegen die Knochen der Schweinefüße und der Ribs ausgelöst, nachdem ich sie aus dem Topf gefischt hatte. Das muss unbedingt gemacht werden, solange das Fleisch noch warm ist, es geliert sonst sehr schnell und wird klebrig. Ein Teil des unter der Schwarte liegenden Fetts habe ich entfernt. Fleisch und einen Teil der Schwarten habe ich in die Sauce gegeben, diese über Nacht kalt gestellt. Das Resultat ist eine wunderbare Sülze :-)
Am nächsten Tag habe ich einen Teil erhitzt und mit Reis und einem Wok-Gemüse aus blanchierten Bohnen, Möhren und Frühlingszwiebeln serviert. Begeisterung! Der Versuch, einen Teil der Schwarten unter dem Grill knusprig zu bekommen, war wenig erfolgreich, da sie zum größten Teil an der Form festklebten.
Die Sülze schmeckt auch prima kalt mit Brot oder Bratkartoffeln und einem Asia-Gurkensalat.
*ich habe ein Stück frische Ananas püriert, das Püree dann in einem Tuch abtropfen lassen, bzw. den Rest ausgepresst.
Das Blanchieren steht nicht im Buch, wird aber in chinesischen Blogs unbedingt empfohlen.
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