Für das Blog-Event Mandeln hatte ich mir eigentlich eine Mandeltorte aus der Toskana herausgesucht, mit der ich aber nicht wirklich glücklich bin: mir ist der Kuchen einfach zu süß.
Die Probleme fingen schon bei der Auswahl des Rezepts an: ich hatte zwei verschiedene vorliegen: eines aus einer essen und trinken vom April 1993, das andere aus Meuth/Duttenhofers Toskana. Das letztere fiel schon mal wegen des Riesen-Ansatzes (Teig aus je 500 g Mandeln, Mehl, Zucker und Butter!) aus, also habe ich mich an das e&t-Rezept gehalten. Also Mürbteig mit je 250 g Mandeln, Mehl, Zucker und Butter geknetet und kalt gestellt, in der Zwischenzeit die Crème Patissière gemacht. Gekostet: uh, gräßlich, viel zu süß! Einen zweiten Ansatz mit deutlich weniger Zucker hergestellt und während des Abkühlens nach weiteren Rezepten für die Focaccia di mandorle alla crema im Internet gestöbert: die Mengenverhältnisse der Zutaten beim Teig sind zwar überall gleich, insgesamt wird aber für einen Kuchen mit 26 cm Durchmesser noch weniger Teig eingesetzt, er soll beim Ausrollen nur 1/2 cm dick sein.
Prima, das wird übernommen, aus dem restlichen Teig mache ich dann eben Kekse. Dabei mal ein bisschen Teig genascht: auch der ist wirklich sehr süß.

Nun der Zusammenbau: Auf eine Teigplatte von dem Mürbeteig kommt die Crème Patissière, darauf die zweite Platte. Sieht das ursprüngliche Rezept nun nur noch ein Bestäuben mit Puderzucker vor, kommt auf die e&t-Focaccia noch eine Schicht Aprikosenkonfitüre und geröstete Mandelblättchen.
Wie es schon zu ahnen war, ist der Kuchen auch mit der Zucker-reduzierten Creme nur etwas für ausgesprochene Süßschnäbel. Ich könnte ihn mir eventuell in Mini-Portionen zu frischen Erdbeeren vorstellen, das dürfte ein reizvoller Kontrast sein.
Was ganz interessant war: in de.rec.mampf wurde vor Kurzem ein Rezept aus einer neueren e&t (12/2007) gepostet, dieses sieht sogar eine Füllung mit Buttercreme vor. Auf Nachfrage teilte die Testerin meine Meinung: "Geschmacklich gut aber nicht mein Fall, da viel zu süß, trotz Zuckerreduzierung und seeehr mächtig."
Für das Mandel-Event gehe ich lieber weiter auf Rezept-Suche :-)
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: |
Mandelfladen - Focaccia Di Mandorla (Toscana) |
| Kategorien: |
Kuchen, Mandel, Creme, Italien |
| Menge: |
14 Stücke |
Zutaten
| H |
TEIG |
| 250 | Gramm | | Mandeln, gemahlen (Petra: 150 g) |
| 250 | Gramm | | Puderzucker (Petra: 150 g) |
| 250 | Gramm | | Mehl (Petra: 150 g) |
| 250 | Gramm | | Butter; weich (Petra: 150 g) |
| H |
CREME |
| 1 | | | Vanilleschote |
| 1/4 | Ltr. | | Milch |
| 6 | | | Eigelb (L) (Petra: 4 Eigelb) |
| 50 | Gramm | | Mehl |
| 150 | Gramm | | Zucker* (Petra: 50 g) |
| 10 | Gramm | | Zucker zum Bestreuen |
| | | | Mehl zum Bearbeiten |
| 100 | Gramm | | Mandelblättchen |
| 4 | Essl. | | Aprikosenkonfitüre; püriert |
| 50 | Gramm | | Puderzucker zum Bestäuben |
Quelle
| | essen & trinken 4/93 |
| | erfasst von Petra Holzapfel |
Zubereitung
Die gemahlenen Mandeln in einer Rührschüssel mit dem Puderzucker und dem Mehl mischen, dann die Butter mit dem Handrührgerät unterkneten. Mit den Händen weiterkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. In Folie gewickelt ca. 2 1/2 Stunden kühl stellen.
Inzwischen die Vanillecreme zubereiten. Dafür die Vanilleschote der Länge nach halbieren und das Mark herauskratzen. Das Mark und die Schote in der Milch einmal aufkochen. Die Schote herausnehmen. Das Eigelb mit dem restlichen Mehl und dem Zucker in einem Topf etwa 5 Minuten schlagen, bis die Masse dicklich und hell wird. Die kochend heiße Milch einrühren. Bei milder Hitze rühren, bis die Masse dick wird (aber nicht kochen!). Die Creme mit dem restliche Zucker bestreuen, damit sich keine Haut bildet und abkühlen
lassen.
Den Mandelteig in 2 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einem Boden von 26 cm Durchmesser ausrollen. Jeden Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech im vorgeheizten Backofen 18 Minuten auf der 2. Schiene von unten bei 180°C goldbraun backen. Auskühlen lassen.
Die gehobelten Mandeln goldbraun rösten. Die Aprikosenkonfitüre einmal aufkochen und auf einen Boden streichen. Darauf die gehobelten Mandeln verteilen. Den Boden in 14 Tortenstücke schneiden**.
Die Vanillecreme auf den 2. Boden streichen und die 14 Tortenstücke daraufsetzen. Dick mit dem restlichen Puderzucker bestäuben. Zum Servieren mit einem schweren Messer portionieren.
Anmerkung Petra: Creme erst nach dem obigen Rezept gemacht: viel zu süß! Zweiter Versuch mit den korrierten Mengen, besser. Die Teigmenge für die Böden ist nach Recherche im Netz auch zu viel: der Teig soll 1/2 cm dick sein, da kommt man bei 26 cm Durchmesser mit 600 g Teig hin. Aus Restteig Kekse gebacken.
Der Kuchen ist zwar essbar, für meinen Geschmack aber einfach zu süß. Was gehen könnte: in kleinen Stücken mit frischen Erdbeeren servieren.
Bei den italienischen Rezepten, die ich gefunden habe, ist allerdings das Mengenverhältnis von Zucker, Mehl, Mandeln und Butter immer gleich. Der Kuchen hat im Original keine Konfitüren- Mandelauflage, sondern wird nur mit Puderzucker bestäubt. Ich fand die fruchtige Note durch die Aprikosenkonfitüre aber gar nicht schlecht.
*Viel zu viel Zucker, 50 g ist besser.
**zweiten Boden ungeschnitten aufgesetzt, geht auch.
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